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Interview mit Detlev Eisinger, Pianist bei den Altfelder Konzerten in Marktheidenfeld Herr Eisinger, während Ihrer Karriere als Pianist spielten Sie in Paris, Stockholm, Warschau und Wien, und ihre Tourneen geleiteten Sie bis nach Südafrika, in die USA und nach Canada. Was führt Sie nach Altfeld? Detlev Eisinger: Die Altfelder Konzerte haben für mich eine besondere Atmosphäre. Zum einen ist es der Benefiz-Charakter, der mir gefällt, das Spielen für eine gute Sache, die hohe Ethik, die damit verfolgt wird. Zum anderen ist die Tatsache, dass es keinen Dirigenten gibt, sondern dass die Stücke von allen Musikern gemeinsam erarbeitet werden, etwas ganz Besonderes. Das Santec Music Orchestra spielt ja bei den Altfelder Konzerten immer in anderer Zusammensetzung. Jedes Mal sind neue Musiker dabei – und dann ganz ohne Dirigent? Das klingt sehr spannend... Detlev Eisinger: Das ist für mich auch der besondere Reiz. Wir haben ja nicht viel Zeit für Proben. Da kommt es noch mehr als sonst darauf an, dass jeder sein Bestes gibt. Diese absolute Hochspannung spornt alle zu Höchstleistungen an. Bei den Proben ist jeder gefragt, jeder bringt seine musikalische Erfahrung ein: „Könntest du das noch ein wenig akzentuierter spielen?“ „Hier sollten wir eine Zäsur machen.“... Man probiert gemeinsam etwas aus, man diskutiert über Fragen der Dynamik oder der Balance, verwirft es wieder... bis alle das Gefühl haben: „So ist es gut!“ Eine solch ungewöhnliche Vorgehensweise funktioniert natürlich nur mit herausragenden Musikern. Diese Mischung aus absoluter Professionalität und der Herausforderung, das „Unmögliche möglich zu machen“, bereitet mir großen Spaß. Der Erlös der Benefiz-Konzerte im Rahmen der Altfelder Konzerte kommt jeweils den Tieren auf dem Friedensland der Gabriele-Stiftung zugute. Wie stehen Sie zu diesem Benefiz-Zweck? Detlev Eisinger: Ich stehe voll dahinter. Dieses Friedensland mit dem Grundgedanken der Einheit von Menschen, Tieren und Natur unterscheidet sich wesentlich von üblichen Tierschutzprojekten oder -einrichtungen. Ich habe mich bei einer Führung einmal selbst davon überzeugt, wie die Tiere auf dem Friedensland leben. Ich habe den Biotopverbund durchwandert, habe die Schafe, Ziegen, Gänse und viele andere kennengelernt, den gewaltigen Stier Maese... mich beeindruckt, wie man hier mit den Tieren umgeht - die ehrliche Liebe zu den Tieren, dass man nicht nur von Tierliebe spricht, sondern sie zur Tat werden lässt. Sich für dieses Projekt mit Hilfe der Musik einzusetzen, empfinde ich als Ehre. Haben Sie in Bezug auf die Altfelder Konzerte noch einen Wunsch offen? Detlev Eisinger: Ich wünsche mir, dass sich das Orchester noch mehr vergrößert, dass aus dem „Santec Music Orchestra“ eines Tages z.B. ein „Santec Symphony Orchestra“ wird. Aber vielleicht wird das ohnehin nicht lange dauern. Unter den Musikern sprechen sich die Altfelder Konzerte längst herum: das Spielen nicht einfach als „l’art pour l’art“ für die Karriere, sondern als Zusammenarbeit mit anderen guten Musikern für eine großartige Sache. Vielen Dank für das Gespräch! Der Pianist Detlev Eisinger, geb. 1957, studierte bei Walter Krafft und an der Hochschule für Musik in München bei Prof. Erik Then-Bergh. Er spielte mehrere Platten und CDs ein und unternahm Konzertreisen im In- und Ausland sowie Einführungs-Matinéen zu den Opern Richard Wagners bei den Bayreuther Festspielen. Besonders bekannt sind Eisingers als „Gesprächskonzert“ konzipierten Auftritte, bei denen einführende Erläuterungen zur Musik und zum Leben des Komponisten dem Zuhörer einen speziellen Zugang zu den mit großer Virtuosität vorgetragenen Werken ermöglichen. In diesem Zusammenhang spielen z. B. die zyklischen Aufführungen und CD-Einspielungen der 32 Klaviersonaten von Beethoven eine zentrale Rolle. Detlev Eisinger tritt regelmäßig im Rahmen der Altfelder Konzerte mit dem Santec Music Orchestra in Altfeld bei Marktheidenfeld auf. Weitere Informationen: www.detlev-eisinger.de |
